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Dienstag, 19. Juni 2018
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Sechs neue Risikofaktoren für Parkinson identifiziert

gleichgewicht uschi dreiucker pixelio.de  Sechs neue Risikofaktoren für Parkinson identifiziert

Foto: uschi dreiucker/pixelio.de

Wissenschaftler haben DNA-Proben von 19.061 Patienten untersucht .

Sechs unbekannte genetische Risikofaktoren für Parkinson haben Tübinger Neurologen mit Kollegen aus aller Welt identifiziert. Eine ungünstige Genvariation erhöht das Parkinsonrisiko um das Dreifache. Die Forscher haben DNA-Proben von 19.061 Parkinson-Patienten untersucht. Zum Vergleich wurden 100.833 DNA-Proben gesunder Personen europäischer Abstammung analysiert.

Individuelle Therapie als Ziel

“Gelingt es uns, diese Zusammenhänge zu klären, kommen wir damit einer individuellen personalisierten Parkinson-Therapie ein Stück näher”, sagt Claudia Schulte vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen .de und dem Tübinger Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen .

Die Tübinger Forscher identifizierten 28 Risikofaktoren in 24 verschiedenen Genen – darunter die sechs neuen Risikogene. Eine der Gen-Varianten hat demnach einen Einfluss auf die Produktion wichtiger Botenstoffe im Gehirn, wie beispielsweise Dopamin. In einer weiteren Analyse haben die Experten ein Risikoprofil für jeden einzelnen Probanden erstellt. Für Personen mit der höchsten Anzahl an Risikofaktoren besteht in der Regel ein bis zu dreifach höheres Erkrankungsrisiko.

250.000 Deutsche betroffen

Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, häufiger ist die Alzheimer-Demenz. Der englische Arzt und Apotheker James Parkinson hat 1817 erstmals die Hauptsymptome des Leidens beschrieben. Bei Parkinson sind unter anderem die Zellen einer Region im Mittelhirn vom Zelltod betroffen.

Das Absterben der Zellen führt zu Bewegungsstörungen. Denn die Nervenzellen dieser Hirnregion produzieren den Botenstoff Dopamin, beim Absterben wird dementsprechend weniger davon produziert. Schließlich führt die Erkrankung unaufhaltsam zur Verlangsamung aller Bewegungsabläufe, zu Muskelsteifigkeit, dem typischen Ruhezittern und zu Gleichgewichtsstörungen. Typisch sind auch Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit.

In Deutschland sind etwa 250.000 Menschen betroffen. Meist tritt die Krankheit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Die Ursache der Parkinson-Erkrankung ist immer noch Gegenstand der Forschung. Ein einzelnes Risikogen reicht etwa nicht aus, um die Erkrankung definitiv vorherzusagen, meint Schulte. Umwelteinflüsse und familiär vererbte Mutationen müssten berücksichtigt und noch weiter erforscht werden.

 

 

pte

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