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Sonntag, 17. Dezember 2017
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Parkinson: Neues Medikament gibt Hoffnung

 Parkinson: Neues Medikament gibt HoffnungHoffnungsträger Ursodeoxycholsäure soll an Patienten getestet werden.

Ein Medikament, das bereits seit Jahrzehnten zur Behandlung von Lebererkrankungen eingesetzt wird, verlangsamt laut Wissenschaftlern der University of Sheffield auch das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit. Das Forschungsprojekt unter der Leitung des Sheffield Institute of Translational Neuroscience unterstützt die schnelle Zulassung von Ursodeoxycholsäure (UDCA) für klinische Studien mit Patienten.

Dopaminerge Neuronen im Fokus

Laut Heather Mortiboys gelang es, beim Gewebe erkankter Personen, die über das Enzym LRRK2 verfügen sowie bei Menschen, die ohne Symptome LRRK2 zur Verfügung haben, eine signifikante Wirkung des Medikaments nachzuweisen. In beiden Fällen verbesserte UDCA die Funktion der Mitochondrien durch eine vermehrte Aufnahme von Sauerstoff und erhöhte Energiewerte auf der Zellebene. Laut Oliver Bandmann, einem Mitautor der Studien, könnte UDCA auch bei anderen Formen von Parkinson und weiteren neurologischen Erkrankungen wirksam sein.

Die aktuelle Studie ist laut einem “Science Daily”-Bericht auch die erste, die eine positive Wirkung von UDCA auf dopaminerge Neuronen nachgewiesen hat, also jene Nervenzellen, die von der Krankheit betroffen sind. Das gelang zumindest bei einem Modellversuch mit Fliegen, die über die gleichen genetischen Veränderungen verfügten wie manche Patienten mit Parkinson. Die aktuellen Forschungsergebnisse aus Großbritannien wurden inzwischen im international renommierten Fachmagazin “Neurology” veröffentlicht.

Genaue Ursachen noch unbekannt

Eine Mutation des Gens LRRK2 gilt als die häufigste vererbte Parkinson-Ursache. Die genauen Ursachen sind jedoch bis heute noch nicht erforscht. Defekte in den Mitochondrien und daraus folgend ein verringerter Energielevel spielen bei einer ganzen Reihe von Krankheiten wie Parkinson oder der Motoneuronerkrankung, die das Nervensystem angreift, eine Rolle. Nervenzellen verfügen über einen besonders hohen Energiebedarf, daher führen Defekte bei der Energieversorgung zu einer Bedrohung ihrer Überlebensfähigkeit.

 

Foto: pixelio.de, Tim Reckmann

 

pte

 

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