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Montag, 18. Juni 2018
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Neues Verfahren macht Stress in Zellen sichtbar

 Neues Verfahren macht Stress in Zellen sichtbarSchweizer Wissenschaftler zeigen ADP-Ribosylierung von Chromatin.

Forscher der Universität Zürich haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Stress in den Zellen als Folge von Entzündungen oder Krebs viel detaillierter als bisher untersuchen lässt – die ADP-Ribosylierung des Chromatins. Langfristig soll diese Methode dabei helfen, krankmachende Prozesse zu unterbinden.

Rafinierter Überlebenstrieb

Sind Zellen Stress ausgesetzt, werden verschiedene Reparatur- und Entgiftungsprozesse in Gang gesetzt, um Schäden vorzubeugen. Stress wird durch Umweltfaktoren oder durch die körpereigene Reaktion auf Entzündungen verursacht, was zu Krebs oder Herzkrankheiten führen kann. Die Zellen reagieren, indem sie diverse Proteine chemisch modifizieren, so dass sich deren Aktivität und Funktion verändert.

Zentral in dieser Stressantwort ist die ADP-Ribosylierung: Enzyme fügen dabei an bestimmten Stellen eines Proteins kleine Moleküle an oder entfernen sie, womit das Protein aktiviert oder deaktiviert wird. Dieser Schritt löst eine Kaskade von Prozessen aus, mit denen sich die Zelle dem Stress anpasst, um zu überleben. Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz der Chromosomen, den Trägern der Erbinformation.

Zusehen bei der Reparatur

Das Erbgut besteht aus der komplexen genetischen Information sowie Proteinen, um die die fadenförmige DNA gewickelt ist, dem Chromatin. Seit langem ist bekannt, dass einige der Chromatin-Proteine unter Stress ADP-ribosyliert werden, was der Zelle hilft, mit Schädigungen umzugehen. Doch wo genau die ADP-Ribosylierung am Chromatin stattfindet, war bislang unklar. Geeignete Verfahren fehlten.

Die Schweizer Forscher nennen ihre neue Methode “ADPr-ChAP”. Sie erlaubt den Nachweis der modifizierten Chromatin-Stellen, die nach Zellstress entstehen. “Damit können wir genauer untersuchen, wo und wie die ADP-Ribosylierung die Struktur des Chromatins reguliert und diverse Prozesse wie die Vervielfältigung der DNA, deren Reparatur oder die Genaktivität steuert”, so Studienleiter Michael O. Hottiger.

“Mit dieser Technik lässt sich viel detaillierter erforschen, welche Proteine ADP-ribosyliert werden – sowohl in Bezug auf das gesamte Genom wie auch an spezifischen Stellen”, fasst Hottiger abschließend zusammen. Damit stehe der Wissenschaft ein zuverlässiges Instrument zur Verfügung, um jene molekularen Signalwege zu identifizieren, die bei zellulären Stressreaktionen eine zentrale Rolle spielen.

 

Foto: Stress bewirkt ADP-Ribosylierung (rot) im Zellkern (blau) (Foto: uzh.ch)

pte

 

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