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Dienstag, 19. Juni 2018
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Forscher entschlüsseln Hungergefühl

 Forscher entschlüsseln Hungergefühl

Foto: pixelio.de/Günter Havlena

Fettleibige Menschen sind gegen Leptin resistent.

Wissenschaftler in Italien haben die Zusammenhänge zwischen Leptin, Endocannabinoid und Orexin beim Hungergefühl aufgedeckt. Die neu gewonnen Erkenntnisse gehen zurück auf die Arbeit von Mitarbeitern des Istituto di Cibernetica “Edoardo Caianello”  und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Chimica Biomolecolare . Die Forschungsergebnisse bieten neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Schlankmachern.

Auslöser für Teufelskreis

“Fettleibigkeit ist von einer synaptischen Remodellierung des seitlichen Hypothalamus begleitet, durch die die Orexin-Neuronen selektiv beeinflusst werden”, erklärt Projektleiterin Luigia Cristino. Es handle sich um eine direkte Einwirkung auf das Endocannabinoid-System, das die Nervenzellen kontrolliert, die das für die Regulierung von Hunger und Schlaf verantwortliche Orexin-Neuropeptid erzeugen. Fettsucht sei als chronische Krankheit einzustufen, nicht nur weil sie für die Entstehung von Pathologien wie Diabetes und hohem Blutdruck verantwortlich ist, sondern auch, weil das adipose Gewebe eine Reihe pro-inflammatorischer Stoffe freisetzt.

Eines davon ist ein als Leptin bekanntes Hormon, das das Hungergefühl stoppt, indem es mit dem Hypothalamus kommuniziert und diesem mitteilt, dass die aufgenomme Nahrungsmenge zur Stillung des Appetits ausreicht. “Bei den Fettsüchtigen hingegen entwickelt sich eine wahrhaftige Leptin-Resistenz, die eine Art Teufelskreis auslöst und den Betreffenden zur weiteren Nahrungsaufnahme veranlasst”, so die italienische Forscherin weiter.

Bei Fettleibigen übliche Nebenerscheinungen wie hoher Blutdruck, Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit, so die Schlussfolgerung der italienischen Wissenschaftler, können durch eine selektive Blockierung der Orexin-A-Rezeptoren mithilfe des antagonistisch wirkenden Moleküls SB334,867 bekämpft werden. Die multidisziplinäre Untersuchung war in enger Zusammenarbeit mit der Universität Verona http://univr.it durchgeführt worden. Einzelheiten können in der internationalen Fachzeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences” nachgelesen werden.

 

pte

 

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