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Samstag, 23. Juni 2018
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Wenn Arthrose ein künstliches Kniegelenk erforderlich macht

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Foto: Martin Büdenbender/pixelio.de

Als eines der tragenden Gelenke im Körper muss das Knie ein Leben lang hohe Belastungen verkraften. Das hat zur Folge, dass Verschleißerscheinungen im Rahmen des Alterungsprozesses häufig auftreten können. Bei dieser sogenannten Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) nutzt sich die Knorpelschicht des Gelenks ab. Der Abrieb verursacht Entzündungen, was bei Bewegung starke Schmerzen verursachen kann.

Übergewicht, Achsfehlstellungen (O- oder X-Beine), die übermäßige Ausübung monotoner Bewegungen (zum Beispiel bei einigen Sportarten) oder Knorpelschäden durch Unfälle können den Verschleiß noch beschleunigen, bis am Ende die Knorpelschicht völlig zerstört ist.

Ist eine höhergradige Arthrose eingetreten, dann helfen konservative Heilungsmethoden nicht mehr, sondern eine Knieprothese wird erforderlich. Diese Operation wird immer erst dann in Erwägung gezogen, wenn weder Krankengymnastik noch Schmerzmittel oder Injektionen die Beschwerden des Patienten mehr lindern können.

Der Knorpelschaden im Kniegelenk ist eines der häufigsten orthopädischen Krankheitsbilder.

Weil Knorpel im Gegensatz zu Knochen keine Selbstheilungsfähigkeit besitzt, lässt sich der normale Abbauprozess nicht umkehren. Dank der Weiterentwicklung der Implantate und der Operationstechniken werden heute deutschlandweit pro Jahr weit mehr als 100.000 Knieendoprothesen eingesetzt.

Die Implantation eines künstlichen Kniegelenks gehört zu den am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffen in Deutschland. Unterschiedliche Typen an Knieprothesen stehen für den Ersatz des Kniegelenks zur Verfügung. Dabei bestimmen vor allem die individuellen Bedürfnisse des Patienten, welche Art zum Einsatz kommt. In Bezug auf die möglichen Operationsverfahren beraten orthopädische Kliniken wie die ORTHOPARC-Klinik in Köln zum künstlichen Kniegelenk. Prinzipiell lassen sich drei Typen unterscheiden:

1. Einseitiger Oberflächenersatz (“Schlittenprothese)
Ist lediglich ein Bereich des operativ zu versorgenden Gelenks verschlissen, wie es oftmals nach Verletzungen der Fall ist, so muss auch nur ein Teil des Gelenks ersetzt werden. Die Innenseite des Kniegelenks ist die am häufigsten betroffene Stelle. Eine solche Teilprothese hat den großen Vorteil, dass nicht das gesamte Kniegelenk ausgetauscht werden muss und der gesunde Bereich erhalten werden kann.

2. Kompletter Oberflächenersatz (“Totalendoprothese”)

Diese  Prothese ist die am häufigsten eingesetzte Kniegelenksprothese. Ersetzt wird im Rahmen der Operation das gesamte Kniegelenk. Bandstrukturen sichern hierbei die Stabilität des Gelenks. Das Implantat ist dem natürlichen Kniegelenk nachempfunden. Mit ihm bestehen die längsten Erfahrungen.

3. Achsgeführte Knieprothese
Neben Knochen und Knorpeln treten Verschleißerscheinungen häufig auch an den Weichteilstrukturen auf. Betroffen sind dabei oft die Bänder. Sind diese verkürzt oder verlängert, verlieren sie ihre natürliche Funktion. Daher wird in solchen Fällen eine Prothese benötigt, die nicht mehr auf eine natürliche Bandstabilisierung angewiesen ist. Die Prothese wird tiefer in den Knochen verankert, wobei ein seitliches Abweichen durch eine Abstützung in der Mitte verhindert wird. Weil dieser Eingriff oftmals sehr anspruchsvoll ist, bedingt die Implantation eine längere Operationszeit.

Nachbehandlung und Rehabilitation
In modernen Kliniken erfolgt heute eine erste Mobilisation des Patienten schon wenige Stunden nach der Operation. Bei den ersten Schritten mit Hilfe des Pflegepersonals wird das Knie voll belastet. Für etwa vier Wochen benutzt der Patient dann Unterarmstützen.
Durch die tägliche Anwendung einer motorisierten Schiene kann die Beweglichkeit des neuen Kniegelenks verbessert werden. Wesentlich für den Erfolg sind ferner eine physiotherapeutische Nachbehandlung sowie der persönliche Ehrgeiz des Patienten, die ihm auferlegten Übungen auszuführen. Auf den  stationären Aufenthalt von etwa 3 bis 5 Tagen folgt i.d.R. der Umzug in eine spezialisierte Reha-Klinik. In den ersten Monaten sollte das Kniegelenk geschont werden, wobei belastende Bewegungen wie Knien, Hocken sowie das Tragen und Heben schwerer Lasten zu meiden sind.

In der Regel hält die Knieprothese 10 bis 15 Jahre, wobei am Ende der Haltbarkeit ein Austausch möglich ist. Bei den meisten Patienten werden gute bis sehr gute Langzeitergebnisse erzielt.

Mehr Informationen zur ORTHOPARC-Klinik in Köln gibt es hier.

 

 

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