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Mittwoch, 20. Juni 2018
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Übersteigerte Erwartungshaltung macht unglücklich

 Übersteigerte Erwartungshaltung macht unglücklich

Foto: pixelio.de/R. Sturm

Forscher sagen Zufriedenheit mit mathematischer Gleichung vorher.

Haben Menschen niedrigere Erwartungen, so haben sie auch eine höhere Chance, glücklich zu werden. Das University College London (UCL) hat das Glück von über 18.000 Menschen mit Hilfe einer Gleichung berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass Glück nicht nur davon abhängt, wie die Dinge laufen, sondern davon, was man erwartet. “Erwartungen, an denen wir zu verkrampft festhalten, lassen uns meist am eigentlichen Glück vorbeilaufen”, erklärt Psychologin und Lebensberaterin Karin Klug.

Smartphone-Game errechnet Glück

Die neue Gleichung kann vorhersagen, wie glücklich sich Menschen selbst sehen. Laut dem UCL ist weniger der gewonnene Mehrwert in einer Situation ausschlaggebend als vielmehr die übertroffene Erwartung. “Wenn ich mein Glück davon abhängig mache, dass andere meine Erwartungen erfüllen, bringt mich das in eine Abhängigkeit, die ein schlechter Begleiter für ein selbstbestimmendes und glückliches Leben ist”, so Margot Maaß, Trainerin und Coach bei Lern- und Entwicklungsprozessen im Arbeitsalltag.

Die Teilnehmer mussten mit Hilfe eines Smartphone-Games eine Entscheidungs-Aufgabe lösen. Nach jeder Entscheidung wurden die Probanden gefragt, wie glücklich sie im Moment sind und was sie glücklich macht. Währenddessen wurden die neuronalen Aktivitäten mittels funktionellem MRT gemessen. Auf Basis dieser Daten haben die Forscher ein Computermodell aufgebaut, indem selbst definierte Zufriedenheit im Zusammenhang mit kürzlich erworbenen Gewinnen und Erwartungen steht. “Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erwartungen von täglichen guten oder schlechten Entscheidungen einen großen Einfluss auf unsere Zufriedenheit haben”, meint Robb Rutledge vom UCL.

Affektive Störungen besser verstehen

“Erwartungen kann man nicht generell ausschalten, jedoch kann man seinen Blick weiten und einzelne, schöne Kleinigkeiten beachten und genießen”, weiß Klug. “Negative Gedanken fangen uns in einer Gefühlsspirale ein. Wir haben allerdings die Freiheit einzugreifen und unsere Gedanken zu steuern”, ergänzt Maaß. Die UCL-Forscher glauben, dass Ärzte affektive Störungen künftig besser verstehen können, indem sie sehen, wie selbstberichtete Stimmungslagen als Reaktion auf Ereignisse wie kleine Gewinne und Verluste in einem Smartphone-Spiel schwanken.

 

pte

 

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