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Montag, 25. Juni 2018
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Soziales Kapital: Anleger entdecken ihr Gewissen

 Soziales Kapital: Anleger entdecken ihr GewissenWirkungsorientierte Investitionen haben sich seit 2012 verdreifacht.

Immer mehr Deutsche wollen Finanzprodukte, die neben einer Rendite auch eine gesellschaftliche, soziale oder ökologisch positive Wirkung versprechen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, die den noch jungen Markt des sogenannten wirkungsorientierten Investierens analysiert hat. Ergebnis: Die Anlagen in diesem Bereich haben sich seit 2012 verdreifacht.

Nicht nur Risiko und Rendite

Den Daten der Wissenschaftler nach standen 2012 für derartige Finanzprodukte 24 Mio. Euro zur Verfügung, im vergangenen Jahr wuchs der Markt hingegen auf rund 70 Mio. Euro. “Klassischerweise werden bei Vermögensanlagen die beiden Faktoren Risiko und Rendite betrachtet. Immer mehr Anleger möchten auch die Frage beantwortet haben: Was genau bewirkt mein Geld?”, erklärt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung.

In Deutschland wird Geld in junge Sozialunternehmen investiert, die wachsen wollen und dafür Kapital brauchen. Die im Zeitraum 2013 bis 2015 investierten wirkungsorientierten Gelder flossen zu 20 Prozent in die Förderung von Beschäftigung, zu 18 Prozent in Bildungsprojekte sowie zu zwölf beziehungsweise neun Prozent in Gesundheitsprojekte und Projekte zur Förderung nachhaltigen Konsums. Das Geld kommt größtenteils von vermögenden Privatpersonen. Eine aktivere Rolle nehmen Stiftungen wie Bertelsmann selbst oder BMW ein.

Transparenz und Messbarkeit

Für solche Anlegerwünsche braucht der Markt Verwalter von wirkungsorientiertem Kapital wie Fondsgesellschaften sowie Berater, die die Koordination von Angebot und Nachfrage übernehmen. Diese Vermittler müssen sicherstellen, dass Wirkungsziele messbar und somit für Investoren nachvollziehbar sind. Dass sich der Markt für wirkungsorientiertes Investieren dynamisch entwickelt, zeigt das Wachstum existierender Fondsgesellschaften, welches wiederum eine stabile Entwicklung der Beratungslandschaft nach sich zieht.

 

Foto: pixelio.de/Andreas Hermsdorf

 

pte

 

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