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Freitag, 15. Dezember 2017
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Neue Trends, um Gehirn aktiv und jung zu halten

Nicht nur mit zunehmendem Alter ist es wichtig, sein Gehirn aktiv und jung zu halten. Das Hauptkapital eines jeden Menschen muss stets gefordert werden, um nicht irgendwann an Kapazität einzubüßen. Dies ist auf verschiedenen Wegen umsetzbar, sei es durch unterschiedliche Spiele oder andere Dinge. Wir werfen einen Blick auf Studien, welche diese Thematik untersuchen und analysieren, was wirklich hilft.

Gibt es einen langfristigen Effekt durch Spiele?

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Viele Spiele, die nur dafür designt wurden, das Gehirn aktiv und jung zu halten, liegen voll im Trend. Immer mehr Menschen aus allen Altersgruppen vertrauen den Entwicklern im Hinblick auf jene Spezialgebiete. Ist dieses Vertrauen eigentlich begründet und bringen die Spiele überhaupt irgendetwas? Die Antwort ist hier ein eindeutiges Jein, denn bei Weitem nicht alle Videospiele wurden von Wissenschaftlern oder Experten ihres Fachgebietes kreiert. Bei einem Spiel namens NeuroRacer ist dies jedoch der Fall. Neurowissenschaftler entwickelten ein Spiel, bei dem der Nutzer zwei Aufgaben zur gleichen Zeit erledigen muss. Zudem darf er den Button nur dann drücken, wenn ein bestimmtes Symbol auf dem Bildschirm auftaucht, während alle Ablenkungsmanöver zeitgleich ignoriert werden sollen. Das Ergebnis ist durchaus beeindruckend, da ältere Erwachsene einen großen Anstieg in ihrer Multitasking-Fähigkeit vorfinden. Diese wurde im Test dadurch gemessen, wie ihre Leistung reagierte, als das Fahren der Symbol-Problematik hinzugefügt wurde. Auch die Nicht-Spieler, die lediglich mit NeuroRacer trainierten, verbuchten ein Plus an Erinnerungsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Die neu erlernten Multitasking-Fähigkeiten verbleiben im Anschluss bis zu sechs Monate, trotz eines nie wieder ausgeführten Trainings.

Auch andere Studien legen den Wert von Videospiel-Elementen in der Gehirnaktivität dar. So wurde zum Beispiel der Effekt von Glücksspiel auf das Gemüt von Pflegeheim-Einwohnern gemessen. Die Studie untersuchte die Auswirkungen des Spielens in folgenden Zuständen: Grundzustand – während des Glücksspiels – 10 Minuten sowie 30 Minuten nach dem Spielen. Die Glücksspielaktivität fand in verschieden großen Intervallen statt, startend bei fünf Minuten. Das Resultat der Studie mag überraschen, denn tatsächlich stellten die Forscher eine Zunahme der Glücklichkeit verglichen mit dem Grundzustand bei den Betroffenen fest. Angesichts der Vielzahl an angebotenen Spiele ist diese Entdeckung vielleicht doch nicht ganz überraschend. Online existieren hunderte Spielautomaten, allesamt ebenso wie in der Studie in nur wenigen Minuten zu spielen. Von klassischen Slots mit 3 Walzen über Video-Automaten mit mindestens 5 Gewinnreihen bis hin zu riesigen videobasierten Games ist alles verfügbar. Auch diese Abwechslung hilft dabei, aktiv zu bleiben und sich immer wieder neue Regeln bewusst zu machen.

Ganz allgemein lässt sich festhalten, dass die kognitiven Aktivitäten aus Spielen vielen Menschen potentiell dabei helfen können, ihre Fähigkeiten zu verbessern sowie Krankheiten wie Demenz oder ähnliches zu vermeiden. Da das Gehirn bei zunehmender Durchführung eines bestimmten Verhaltens Ressourcen umsortiert, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der neu erlernten Fähigkeit zu gewährleisten, ist die Wiederholung der neu erlernten Fähigkeiten im Vergleich zum oberen Einzelbeispiel meist Pflicht, um langfristige Effekte zu erhalten. Es werden über 100.000 Wiederholungen nötig sein, um die Fähigkeit auch wirklich zu perfektionieren. Eben solche Spiele, die dafür entwickelt wurden, um sie möglichst lange am Stück zu spielen, machen sich diese Thematik zunutze. Ein Beispiel? Medal of Honor erschien bereits 2002 und ist von einem erfahrenen Spieler in 10 Stunden zu durchlaufen. Dieser Spieler wird konstant Wiederholungen des gleichen Verhaltens vorfinden. Kurz: Es besteht ein großes Potential in der Videospielbranche, da ältere Menschen schon jetzt vernetzter sind und steigendes Interesse an dieser Art des “Gehirnjoggings” an den Tag legen. Über 26% der Computer-Spieler sind über 50 Jahre alt. Gamer, die über 65 Jahre alt sind, spielen gar regelmäßiger als jede andere Altersgruppe.

Was ist abseits von Spielen zu tun?

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Abseits von Spielen gibt es viele weitere Methoden, um das Gehirn stets aktiv und frisch zu halten, ohne in einen unerwünschten Trott zu gelangen. Eine Möglichkeit, die jedem offen steht, ist zum Beispiel das ständige Lernen oder die fortlaufende Weiterbildung. Dafür muss man keineswegs einen extrem fordernden Beruf haben oder ein Studium an einer Universität beginnen, selbst wenn beide Dinge helfen können. Stattdessen tun sich überall im Internet Möglichkeiten auf, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Viele Menschen waren beispielsweise schon immer an einer neuen Sprache interessiert, fanden bisher aber noch nie die Zeit oder Chance, diese Pläne auch in die Tat umzusetzen. Mit diversen Anbietern wie Duolingo ist es mittlerweile gar völlig ohne Mehrkosten möglich. Ein Unternehmen namens edX bietet Menschen weltweit Universitätskurse von Top-Institutionen aus aller Welt ebenso gratis an. Dem Lernen neuer Dinge sind somit praktisch keine Grenzen gesetzt.

Bei all diesen Aktivitäten vor Bildschirmen wird es irgendwann auch einmal Zeit für die frische Luft oder zumindest für etwas Bewegung, die auch den Knochen und der Fitness gut tut. Forscher haben herausgefunden, dass zumindest 30 Minuten Cardio an je 5 Tagen dazu führen, dass der Körper und damit auch das Gehirn signifikant gesünder ist. Konzentration und Gedächtnis erfahren eine Kapazitätssteigerung, die sich schließlich auch positiv auf andere Umstände wie Laune oder Schlafqualität auswirkt. Durch das Training gelangt mehr Blut und damit Sauerstoff in die Gehirnzellen. Zusätzlich wird der Bau neuer Gehirnzellen und die Verbindung derer durch hormonelle Freisetzungen angeregt.

Es gibt viele verschiedene Wege, um sein Gehirn aktiv zu fordern und vor neue, jung haltende Herausforderungen zu stellen. Egal ob dies durch Spiele, das Erlernen von neuen Thematiken und Sprachen oder durch regelmäßige Bewegung geschieht – genau diese Aktivität ist von entscheidender Bedeutung!

Fotos: Twitter

 

 

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