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Sonntag, 17. Dezember 2017
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Körperschonendes Putzen – wie geht das?

Eine Gefahr im Haushalt, wenn die falsche Haltung für gesundheitliche Schäden sorgt.

453181 original R by A. R. pixelio.de  Körperschonendes Putzen – wie geht das?

Stehen, Gehen, Heben und gebücktes Arbeiten – der Haushalt gilt als alles andere als körperschonend. Ob es beim Spülen oder Bügeln ist, mit dem Staubsauger oder bei der Reinigung der Toilette, fast immer befindet sich die Hausfrau oder der Hausmann in einer leicht gebückten Haltung. Diese schadet vor allem dem Rücken und den Knien, belastet aber auch Schultern, Arme und Füße übermäßig. Warum tun wir uns das an? Es ist doch eigentlich so einfach, auch bei der Hausarbeit den Körper zu schonen.

Erst dann, wenn es schon zu spät ist

Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, im Gesäß zieht es bei jedem Schritt … zu lang gebügelt oder etwa die Teppichböden gesaugt? Es gibt viele Gründe, warum es irgendwann einfach nur noch von oben bis unten wehtut. Meist ist der Ischias daran schuld, manchmal ist es ein ausgewachsener Hexenschuss. Bandscheibenvorfälle, Arthrose und chronisch gewordene Muskelverspannungen plagen jeden früher oder später. Und jetzt rät der Arzt plötzlich, bei der Hausarbeit doch bitte auf gesundes Heben und eine entspannte Haltung zu achten. Warum erst jetzt? Wer bei der Hausarbeit von Anfang an auf gute Bewegungsabläufe und körperschonendes Arbeiten achtet, muss sich nicht irgendwann mit den oben genannten Wehwehchen herumplagen. Denn Prävention ist besser als Nachsicht.

Aus den Knien heben und beim Bügeln fernsehen

Dass man schwere Gegenstände eigentlich nur aus den Knien heraus heben sollte und niemals aus dem Kreuz heraus, weiß wohl jeder. Doch tut es auch jeder? Nicht nur davon reden, auch machen: Am besten geht man aktiv in die Knie, wenn der Putzeimer oder der volle Wäschekorb gehoben wird sowie beim Heraustragen des Kasten Biers für die Grillparty auf der Dachterrasse. Das geht auch breitbeinig – sieht zwar eigenartig aus, hilft aber. Und um Himmels Willen keine Hemmungen bei der Gartenarbeit: den Sack Dünger immer breit zwischen den Beinen anheben. Wenn die Betitelung „rückenschonendes Arbeiten“ zu peinlich ist, kann es vor den Nachbarn auch ganz einfach als neue Fitnessform deklariert werden. Natürlich kann es so öfters mal vorkommen, dass man sich die Kleidung verschmutzt. Wer aus den Knien heraus hebt, kommt mit dem außen feuchten Putzeimer in Berührung, mit dem dreckverschmierten Sack Dünger und der Tüte Kartoffeln, an der noch Matsch klebt. Eine lange Kittelschürze ist da praktisch: Sie schont die Kleidung, lässt sich leicht reinigen und sieht dazu noch wirklich professionell aus.

Aber warum nun fernsehen beim Bügeln? Weil es die Haltung entspannt. Wer beim Bügeln immer nur nach unten schaut, den Kopf permanent neigt, verspannt sich. Der Fernseher, der in mehreren Metern Entfernung läuft, sorgt für eine gerade und somit bessere Körperhaltung mit zurückgenommenen Schulterblättern, aufrechter Halswirbelsäule und leicht hängenden Schultern. Das tut gut, und beim eineinhalbstündigen Blockbuster lohnt es dann auch wirklich, das Bügeleisen aufzuheizen.

Gartenarbeit im Knien verrichten

Maurer, Fliesenleger, Parkettleger und andere Handwerker besitzen nicht nur Berufskleidung, sondern auch eine Schutzausrüstung. Sie tragen neben Sicherheitsschuhen Handschuhe und oft Knieschoner. Aus gutem Grund! Wer im niedrigen Bereich arbeitet, sollte das möglichst nicht aus dem Stand in gebeugter Haltung tun, sondern sich idealerweise hinknien. Das tut dem Rücken gut, und das kommt auch den Armen und Schultern zugute. Die Knie werden geschont, indem man eine Plastiktüte und ein weiches Kissen unterlegt oder Knieschoner aus dem Baumarkt verwendet. Hände können mit Garten- oder Bauarbeiterhandschuhen geschützt werden. Sollten die Arbeitshandschuhe zu grob sein, sind dünne Latex- oder Vinylhandschuhe eine Alternative. Tipp: Ungepuderte Handschuhe trocknen die Haut weniger aus.

 

Foto: A.-R. pixelio.de

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