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Samstag, 23. Juni 2018
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Italien:“ Jungo“ Online-Portal bietet Mitfahrgelegenheiten an

 

 Italien:“ Jungo“ Online Portal bietet Mitfahrgelegenheiten an

Jungo-Nutzer: Mitrgliedsausweis gibt Sicherheit (Foto: jungo.it)

Spritkosten sparen durch  Autostopp, Expansion ist geplant.

Eine effiziente Methode zum Sparen von Benzinkosten hat der oberitalienische Jungunternehmer Enrico Gorini entwickelt. Mit Hilfe seines Online-Portals Jungo http://jungo.it finden Auto- und Mitfahrer auf den von der Zentrale vorgegebenen Strecken zueinander. Grundstein bildet eine Jungo-Mitgliedskarte, in der die persönlichen Daten jedes Teilnehmers festgehalten und die Freiheit an Vorstrafen bestätigt wird. Der für ein Jahr gültige Ausweis kostet 15 Euro und berechtigt zur Nutzung auf den in dem jeweiligen im Einzugsgebiet ausgewiesenen Routen.

Vorteil Flexibilität

Die Mitgliedskarte dient zugleich als Erkennungszeichen zwischen Fahrer und potenziellem Mitfahrer. Dabei gibt es feste, nicht verhandelbare Regeln: Als Grundpreis werden dem Anhalter 0,20 Euro pro Fahrt und als Fahrpreis 0,10 Euro je Kilometer berechnet. Jungo ist eine Wortsynthese aus dem lateinischen “iungo”, dem deutschen “jung” und dem englischen “Go”. Damit zum Ausdruck gebracht werden soll die innovative und unbeschwerte Weise, zum gewünschten Reiseziel zu kommen.

“Die Stärke des Systems liegt neben der Wirtschaftlichkeit vor allem auch in seiner Flexibilitat und Sicherheit”, bestätigt Gorini. Während der Fahrer nicht von seiner gewohnten Route abzuweichen braucht, ist der Mitfahrer durch die bescheinigte Mitgliedschaft des Autofahrers abgesichert. Das Sicherheitsniveau kann vor Beginn der gemeinsamen Fahrt durch das Abschicken einer SMS an die Zentrale erhöht werden. Das gleiche gilt für die Meldung von Unregelmäßigkeiten.

Pendler als Zielgruppe

Im Vergleich zu Carpooling und Carsharing sind keine Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge erforderlich. Zudem gibt es Synergien zu öffentlichen Verkehrsmitteln, da beispeilsweise die Lücke zum verpassten Bus geschlossen werden kann. Ein zusätzlicher kostenloser Informationsdienst vermittelt auch den Anschluss an Bahn- und Busverbindungen. “Das System beruht auf der Erkenntnis, dass 58 Prozent der von Berufstätigen täglich absolvierten Fahrten weniger als fünf Kilometer Entfernung und weniger als 15 Minuten ausmachen”, so Gorini.

Um auf eine durchschnittliche Wartezeit von fünf bis sechs Minuten zu kommen, muss mindestens ein Prozent der Wohnbevölkerung mitmachen. In einer Kleinstadt wie Rimini würde dies die Teilnahme von 2.900 Nutzern voraussetzen. In Zeiten ständig steigender Kraftsoffpreise ist dies keinesfalls unrealistisch, rechnet der Jungunternehmer vor.

Umso mehr befahren die Strecken sind, umso größer auch der Erfolg. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern und Benzinkosten von zusammengerechnet 4.000 Euro könnten 2.400 Euro gespart werden. Bisher ist Jungo nur in einigen oberitalienischen Regionen verbreitet. Falls sich das System flächendeckend in ganz Italien durchsetzt, ist mit einer volkswirtschaftlichen Ersparnis von jährlich fünf Mrd. Euro zu rechnen.

 

pte

 

 

 

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