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Dienstag, 21. November 2017
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Die Geschichte der Reformation mit Stil feiern.

Wo die Reformation auf Schiffstour geht und Luther zum Musical-Star wird.

luther2 Die Geschichte der Reformation mit Stil feiern.

Nur acht Jahre nach Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen, traten die Bürger Stralsunds mehrheitlich zum evangelischen Glauben über. Das war im Jahre 1525. Und diesen Glauben verteidigten die tapferen Hansestädter jederzeit vehement, insbesondere 103 Jahre später, als der damals 45-jährige Feldherr der Kaiserlichen Armee, Albrecht von Wallenstein, die Stadt einnehmen wollte. Die Stralsunder verbündeten sich aber mit den Dänen und Schweden und leisteten so Kaiser Ferdinands II. obersten Kriegsherrn im Juni und Juli des Jahres 1628 erfolgreich Widerstand. In der Hansestadt wird dieses Ereignis, mit Unterbrechungen, seit 1825 mit den “Walleinsteintagen” (20. Juli bis 23. Juli) gefeiert, einem der größten Volksfeste in Norddeutschland.

Die Hansestadt Stralsund feiert das Reformations-Jubiläum

Diese großartige Reformations-Geschichte ist für die Hansestädter der Ansporn, das 500-jährige Jubiläum 2017 mit vielen einzigartigen Events zu feiern.

Am 29. Juni ist der Dreimast-Segler “Artemis” im Stralsunder Hafen. Stralsund feiert den Start der Tour “Nordkirchenschiff 2017″, mit der die Nordkirche das Reformations-Jubiläum begeht. Als einzige Landeskirche Deutschlands kann die Nordkirche alle ihre 13 Kirchenkreise auf dem Wasserweg erreichen. Die Tour führt von Stralsund nach Wismar, Lübeck, Neustadt (Holstein), Laboe, Eckernförde, Flensburg, Kiel, Helgoland, Husum, Büsum, Glückstadt und Hamburg.

Das Stralsund Museum zeigt eine Sonderausstellung zur Reformationsgeschichte.

Sie steht unter Martin Luthers Ausspruch “Helden sind nicht Einzelne”. Gezeigt werden mehr als 150 Exponate. Zu den Höhepunkten zählt ein Lutherbild von Lucas Cranach dem Jüngeren. Besondere Anerkennung zollt die Ausstellung dem Pommerschen Reformator Johannes Bugenhagen, einem Freund Luthers. Das Kloster als Ausstellungsort hat für das Stralsunder Reformationsgeschehen Symbolkraft. Beispiel: Im Katharinenkloster trafen 1523 der Stralsunder Reformator Christian Ketelhot und der Prior des Klosters, Hermann Westfal, aufeinander. Dabei kam es zu jenem legendären Disput, in dem Ketelhot den Dominikaner als “ungelehrten Esel” bezeichnete.

“Das schwätzt ein ungelehrter Esel!” heißt deshalb auch ein Musical über die Reformation in Stralsund. Erarbeitet und aufgeführt wird es von Jugendlichen der St. Marien- und Heiliggeistgemeinde. Seinen Höhepunkt als Musical-Star feiert der Reformator am  im Großen Haus des Theaters Vorpommern, wenn in Stralsund das Musical “Luther – zwischen Liebe, Tod und Teufel” uraufgeführt wird. Es ist eine Produktion der Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

Mit einem Gottesdienst schließen die Stralsunder dann ihren so außergewöhnlichen Reformations-Reigen ab. Weitere Infos zu den Veranstaltungen finden Interessenten in der neuen Ausgabe des Welt-Kultur-Erbe Magazins, das “Auf den Spuren der Reformation” in Stralsund und Wismar zum Schwerpunktthema hat. Das Magazin ist in den Welterbe-Ausstellungen und in den Tourismuszentralen von Stralsund und Wismar erhältlich.

Der Reformator prägt auch heute noch unseren Sprachgebrauch

Wie stark der Reformator auch heute noch unser Leben prägt, das zeigt schon unser täglicher Sprachgebrauch. Wer ein “Machtwort” spricht, der bedient sich eines Luther-Wortes. Gleiches gilt für “Lästermaul”, “Lückenbüßer”, “Gewissensbiss” u.a. Und auch viele heute noch gebräuchliche Redewendungen gehen auf das Konto des Reformators, der selbst zeitlebens “Ein Stein des Anstoßes” war. Aber nie “Mit Blindheit geschlagen sein” wollte. Was er garantiert nie getan hat ist: “Sein Licht unter den Scheffel stellen”. Und auch für ihn galt: “Der Mensch lebt nicht von Brot allein”.

Was die Stralsunder im Reformations-Jubiläum auf jeden Fall nie machen ist “Perlen vor die Säue werfen”. Sie feiern mit Stil, mit viel Kreativität und mit spannenden Veranstaltungen ihre eigene große Geschichte der Reformation. Und da passt es gut, dass auch im Jahre 2017 die Evangelische Kirche immer noch die mitgliederstärkste Religionsgemeinschaft in der Stadt bildet.

Foto: © Nordkirche

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