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Dienstag, 19. Juni 2018
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Urlaubs-Animation hat Tradition


condor bordservice 1960 Urlaubs Animation hat Tradition

Condor Bildarchiv/ Condor Bordservice 1960

Senioren-Reisen mit Blutdruckmessen im Club Schwalbe.

Wer glaubt, speziell auf Zielgruppen ausgerichtete Reisen gäbe es erst kurze Zeit, der irrt. So rief Neckermann Reisen bereits 1970 den Club Schwalbe für Langzeiturlauber ins Leben. Die ersten Club-Schwalbe-Gäste reisten nach Mallorca und vergnügten sich zum Beispiel bei Mal- und Bastelkursen oder Tanzabenden.

Eine feste Institution war das Blutdruckmessen, bei dem neue Kontakte geknüpft und ausgiebig unterhalten wurde.

Das erfolgreiche Konzept begeistert die Generation 60plus übrigens bis heute: Unter dem Namen „vitalwelt“ bietet Neckermann Reisen jeden Winter in vielen Hotels Urlaub für Senioren mit interessanten Programmen von Wanderungen bis hin zur gemeinsamen Fitness.

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Neckermann Katalogtitel 1964

Spring-Break-Hotels gab es bereits in den 70er Jahren.

Kein Blatt vor den Mund nahm Neckermann Reisen in dem Prospekt „Club 28 – Urlaub nur für uns“, den der Veranstalter 1975 gemeinsam mit dem Jugendreisenanbieter Club 28 auflegte. Er bewarb die „heißesten Wochen des Jahres“ bewusst als „Freiraum der Toleranz und des gegenseitigen Verständnisses”.

Mit Laientheater, Welcome-Partys und Strandfeten richtete er sich gezielt an die „feierwütige, sportlich-aktive und kontaktfreudige Jugend“. Und auf die Frage „Sex?“ hieß es im Katalog unverblümt: “Ja, ist doch logisch. Wir machen praktisch alles zusammen – essen, trinken, feiern, lachen, leben.”

Zeitzeugen erinnern sich an die Animation in früheren Jahren: Bernd Grossmann, Neckermann-Chefreiseleiter in den 70er Jahren, über die Anfänge von Club Schwalbe:

Frage: Warum war das Konzept so erfolgreich?

Bernd Grossmann: „Weil unser Unterhaltungsangebot wirklich attraktiv war. Jeder Mitarbeiter konnte Ideen einbringen, womit man den Gästen eine Freude machen konnte. So flogen wir beispielsweise  professionelle Tanzlehrer ein, die zwei- bis dreimal pro Woche Unterricht gaben.

Die Termine zum Blutdruckmessen waren auch sehr beliebt. Meiner Ansicht nach hatten sie bei den meisten Gästen keinen medizinischen Hintergrund. Vielmehr wusste jeder neu anreisende Urlauber, dass man dort die ersten anderen Schwalbe-Gäste unkompliziert kennenlernen konnte. Eine der ersten Schwalbe-Reiseleiterinnen war Betty Van Gent. Sie wurde rekrutiert, weil sie ausgebildete Krankenschwester war.“

Bernd Grossmann: „Die Animation endete aber nicht in den Hotels. Wir Reiseleiter waren damals fast Eventmanager: Alles begann im Winter 1970/71, als wir den ,Blauen Bock‘, die Unterhaltungsshow des Hessischen Rundfunks, nach Palma de Mallorca holten.

Für die Gäste hatten wir Bus-Shuttles aus ihren Hotels. Auch Willy Millowitsch begeisterte die Gäste einmal auf Mallorca. Die Stimmung war immer absolut ausgelassen. Durch die gute Mund-zu-Mund-Propaganda haben dann immer mehr Pensionäre Hotels mit Club-Schwalbe-Programm gebucht.“

 

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